Günter Haarlammert                                                          49549 Ladbergen,  12. April 2011
CDU-Fraktionsvorsitzender                                                
Rehagenweg 3
Tel.: 05485-3725
 

An den

Bürgermeister der Gemeinde Ladbergen

Herrn Udo Decker-König

Jahnstr. 5

 

49 549  Ladbergen

 

 

 

nachrichtlich den Herren Fraktionssprechern per Email:

 

Herrn Lothar Molenkamp von der SPD; Lothar.Molenkamp@t-online.de

Herrn Hendrik Lotz von der FDP; hendrik.lotz@web.de

Herrn Jörg Berlemann von Bündnis90/Die Grünen; Joerg.Berlemann@t-online.de

 

und der örtlichen Presse per Email:

 

Westfälische Nachrichten; redaktion.len@westfaelische-nachrichten.de

 

 

Sehr geehrter Herr Decker-König,

 

 

die CDU stellt den Antrag auf Einrichtung einer zu entwickelnden, fortzuschreibenden aktuellen Datenbank durch die Gemeinde Ladbergen mit folgenden Merkmalen:

 

  1. Erfassung aller Wohnungsleerstände

 

  1. Erfassung aller Verkaufsvorfälle für bebaute Grundstücke und Wohnungen

 

  1. Erfassung aller brachliegenden Baugrundstücke (Baulücken)

 

  1. Erfassung aller Fördertöpfe bzw. Darlehnsvergünstigungen für Um- und Anbauten sowie für Modernisierungsmaßnahmen und Investitionen, insbesondere für „Energetische Maßnahmen“ in oder an Bestandsimmobilien

 

 

 

Zieldefinition

 

Die Datenbank soll helfen bei entsprechenden Anfragen von zuzugswilligen Interessenten an die Gemeinde Ladbergen einen umfassenden Überblick über das Angebot in der Gemeinde Ladbergen zu geben. Städtebauliche, infrastrukturelle, soziale und ökologische Zielsetzungen können hiermit besser umgesetzt werden und insgesamt zu einer Revitalisierung vorhandener Strukturen beitragen.

 

 

Begründung:

 

In verschiedenen Prognosen zum „Demographischen Wandel“ (z.B. im Auftrag des Kreises Steinfurt oder der Bertelsmannstiftung) wird der Gemeinde Ladbergen eine Bevölkerungsabnahme bis zu 700 Einwohnern im Jahre 2030 prognostiziert. Damit käme es zu einem zunehmenden infrastrukturellen und wohnwirtschaftlichen Funktionswegfall und folglich einer Verödung der Siedlungsgebiete und des Ortskerns.

 

Äußere Kennzeichen dieser Entwicklung sind die wachsende Anzahl  von Gebäudeleerständen und die Schließung von wichtigen Nahversorgungs- und Gemeinschaftseinrichtungen. Die verbleibenden Einrichtungen sowie die technischen Ver- und Entsorgungsanlagen sind oftmals wirtschaftlich nicht ausgelastet, so dass zunehmende Kosten für die Gemeinde und die übrige Bevölkerung entstehen.

 

Die Problematik erfordert ein frühzeitiges Handeln der Verantwortlichen, um mit geeigneten Strategien zur Stärkung und Funktionserhaltung des Ortskerns sowie zur Revitalisierung bereits brach liegender Grundstücke und Gebäude beizutragen.

Dies geht konform mit den Prognosen und Bewertungen, sowie den daraus erarbeiteten Zielen des Regionalentwicklungsplans, dessen Fortschreibungsentwurf vom 20.09.2010 vorliegt. So wird dort u.a. schon in der Einführung unter Ziff. I.2, 2.14 auf S. 4 auf die Herausforderungen hingewiesen, die der demographische Wandel für die Kommunen mit sich bringt. Von den Kommunen wird im Weiteren dann die Entwicklung von diesem Trend entgegenwirkenden Konzepten gefordert (vgl. Ziff. II.1, 1.1 auf S. 13) und das Ziel der Konzentration auf die Innenentwicklung und Verdichtung bzw. Wiederbelebung geeigneter Siedlungsflächen formuliert (vgl. Ziff. III.1, 2.1 RN 129/130 auf S. 29)

 

Wie dramatisch die Situation heute schon ist, zeigt die Begrenzung des Regional-entwicklungsplanes im Hinblick auf den Flächenverbrauch. Dort wird der Gemeinde Ladbergen der Siedlungsflächenbedarf doch bereits heute um 10 ha gekürzt. Generell unterstützt die CDU die Innenentwicklung der ortskernnahen Bereiche vor dem weiteren Flächenverbrauch im Außenbereich. Um Innenentwicklung nachhaltig betreiben zu können, müssen entsprechende Instrumente zur Verfügung stehen. Handlungsbedarf sehen wir heute, um die Attraktivität Ladbergens gegenüber anderen Kommunen bei der Auswahl von Wohnstandorten durch Zuzugswillige oder auch Einheimische zu stärken.

 

 

Umsetzung:

 

Die Umsetzung kann nach unserer Vorstellung so aussehen, dass etwa im Bereich des Bauamtes die Daten gesammelt, aufbereitet und zur Einsicht bereitgehalten werden. Aus datenschutzrechtlichen Gründen sollten die Eigentümer der betroffenen Flächen bzw. Wohnungen auf eine vorherige Zustimmung der Weitergabe von Verkaufsabsichten angesprochen werden. Es kann aber auch zunächst eine Datensammlung erfolgen, um dann im konkreten Einzelfall Kaufinteressenten nach vorheriger Rücksprache mit den Eigentümern entsprechende Daten zur Verfügung zu stellen.

 

Darüber hinaus sollte ein Informationsangebot über die verschiedenen Möglichkeiten der Inanspruchnahme von Fördermitteln in der Verwaltung aufgebaut werden. Hierüber soll nur eine Information gegeben werden, die Antragstellung ist dann jeweils Sache des Interessenten.

 

Ansprechpartner für beide Bereiche sollten im Internet auf der Homepage der Gemeinde benannt werden. Jeder Kaufinteressent sollte dann grundsätzlich auf diese Möglichkeiten hingewiesen werden.

 

Um Missverständnissen vorzubeugen ist zu betonen, dass durch dieses Konzept keine Konkurrenz zu der Tätigkeit von gewerblichen Maklerbüros entstehen soll. Es geht vielmehr um die Eruierung der verfügbaren Flächen- und Wohnungskapazitäten in Ladbergen überhaupt, um durch die Gewinnung dieser Informationen zum einen den Zielen des Regionalplans zu entsprechen, zum anderen aber auch bei der künftigen Ausweisung neuer Baugebiete ggf. entsprechenden Bedarf nachweisen zu können.

Ferner sollen auch die Grundstückseigentümer gezielt angesprochen werden, die Flächen besitzen, deren Vermarktung sie von sich aus nicht unbedingt vorangetrieben hätten, dem Immobilienmarkt also gar nicht zur Verfügung stehen.

 

 

 

Günter Haarlammert

CDU-Fraktionsvorsitzender

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